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Thema: [Kurzgeschichte] Totentanz

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  1. #1
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    [Kurzgeschichte] Totentanz

    Totentanz


    Es ist Herbstanfang, man spürt wie es langsam kühler wird. Im Garten eines Hauses sitzt ein Kind auf einer Schaukel und wippt hin und her. Wobei „Garten“ diesen Ort doch eher falsch beschreibt, es ist eher wie ein kleiner Park, mit einem steinernen Brunnen im Zentrum, einer Parkbank und drei erleuchteten Straßenlaternen, die aus dem 19. Jahrhundert stammen könnten. Dieser kleine Park wird nur von Bäumen nach außen hin abgegrenzt, kein Zaun, keine Mauer. Lediglich ein Haus unterbricht als einziger Zugang zum Garten diese natürliche Barriere. Während das Kind, ein kleiner Junge, wohl nicht älter als 10 Jahre in edel anzusehender blauer Jacke und Hose, sowie braunen Lederschuhen, voller Spaß auf der Schaukel hin und her schwingt, kommt ein Mann aus dem Haus und nähert sich dem Brunnen. „Julius, es ist Zeit schlafen zu gehen.“ ruft der Mann dem Jungen zu. Der Mann, anscheinend Julius Vater, trägt eine braune Stoffjacke unter der man ein grünes Hemd erkennen kann, das gekonnt und ohne eine einzige Falte in die beige Hose gesteckt wurde, die an seine schwarzen Lederschuhe angrenzt. „Och menno.“ erwidert Julius mit niedergeschlagenem Gesichtszug dem Aufruf seines Vaters. „Komm schon.“ Als Julius sich von der Schaukel schwingt, wehen seine dunkelblonden, ja fast schon braunen Haare im Zugwind und weichen seinem etwas runden, nicht ganz zur dürren Statur passenden Gesicht, in dem sich seine Enttäuschung abzeichnet, dass er nicht weiter schaukeln darf. Zusammen läuft Julius mit seinem Vater durch den kleinen Garten zum Haus. Der Zugang zum Haus ist sehr breit und wirkt wie in in die Breite gezogener Torbogen vor dem eine leicht dreckige Matte liegt. Sie treten ins Haus ein, ein großer Raum der Wohn-, Esszimmer und Küche in sich vereint tut sich vor ihnen auf. Der Boden, ausgelegt mit grünen und gelben Tatami-Matten ergibt mit den leicht cremeweißen, aber wohl doch eher gelben Wänden, die mit gepflegtem Holz umrahmt sind, ein stimmig wohles Gesamtbild. „Julius, zieh dir die Schuhe aus.“ erinnert der Vater ihn, worauf hin Julius flink aus seinen Schuhen gleitet, ohne sich bücken zu müssen. Beide gehen ohne weitere Beachtung des Raumes durch eben jenes in den Eingangsbereich des Hauses. Ein Raum so groß wie das Wohnzimmer, jedoch zwei Geschosse hoch erstreckt sich vor ihnen. Auch der Eingangsbereich ist mit grünen und gelben Tatami-Matten ausgelegt, jedoch nur Stellenweise, wodurch man sieht, dass der Boden eigentlich aus dunklem gräulich braunen Holzdielen besteht. Links und rechts des Übergangs vom Wohnzimmer zum Eingangsbereich führen Treppen in die obere Etage in der sich 4 Holztüren zu verschiedensten Zimmern befinden. Während auf der unteren Etage sich noch ein Kleiderständer, eine Kommode und 2 Wandschränke befinden, schmückt die obere Etage nur ein grau-weißes Bild. Darauf ist eine Hügellandschaft zu erkennen, völlig kühl und ohne jegliche Vegetation, doch ein riesiger Baum in der Mitte des Bildes sticht hervor, in dessen Baumkrone ein großes Auge zu erkennen ist. Der Vater, gefolgt von Julius geht die rechte Treppe hinauf, öffnet eine Tür im oberen Stockwerk und tritt in das Zimmer ein. Es ist etwas dunkel, man kann im Zimmer zwar noch alles erkennen, aber nur wenn man seine Augen anstrengt. Der Vater geht einen Schritt nach links, dreht sich zur Wand und schaltet das Licht ein. Das Zimmer, vermutlich Julius' Zimmer, ist sehr sparsam eingerichtet, unter dem Fenster, dass am Tage normalerweise zum erhellen des kleinen Zimmers reicht, steht ein heller hölzerner Schreibtisch mit drei Schubkästen an dem der passende, aber eigentlich für Julius zu große Stuhl darauf wartet wieder benutzt zu werden. Rechts vom Schreibtisch steht das Bett des Jungen, mit ausgeschütteltem Kissen und straff gezogener Bettdecke. Vereinzelt in den anderen Ecken des Zimmers stehen noch ein Kleiderschrank, ein Bücherregal und ein Schrank mit Spielsachen, der unerwartet den wenigsten Platz aller Schränke bietet. Julius, noch immer etwas traurig, legt sich mit den Sachen die er den ganzen Tag schon an hatte in sein Bett. Julius' Vater geht zum Bett hin und küsst Julius auf die Stirn. „Gute Nacht Julius.“ „Papa, ich will noch eine Gutenachtgeschichte.“ sagt Julius leise aber verständlich. „Ich muss leider wieder arbeiten, aber ich schick dir Alfred hoch, er kennt bestimmt einige gute Geschichten.“ windet sich dein Vater raus. „Also, schlaf gut.“ Er verlässt die Kante des Bettes und geht durch die offene Tür aus dem Zimmer.
    Nach einiger Zeit kommt ein junger Mann ins Zimmer. Er hat graue in die Höhe gegelte Haare die sein Gesicht noch kantiger und schmaler wirken lassen, als es schon ist. Sein schwarzer Pullover und die braune Hose mit einem silbernen Streifen an jedem Bein wirken leicht befremdlich. „Dein Vater hat gesagt du willst eine Geschichte hören?“ fragte der Mann Julius. „Ja, Alfred.“ bestätigte der Junge. „Willst du meine Lieblingsgeschichte hören?“ „Ja, erzähl sie!“ sagte Julius voller Ungeduld. „In Ordnung. Einst gab es in der Sphäre der Götter eine große Landmasse, genannt Midgard, welche bis zum Horizont von Wasser umgeben war. Auf Midgard lebten die Menschen, verteilt auf fünf Länder in Frieden. Diese fünf Länder waren Vestur - ein Land mit blühenden weiten Wiesen und Feldern, Austur - bedeckt von riesigen Wäldern, Norður – so hell Weiß, dass selbst blinde Menschen die Sonne sehen konnten, Suður – eine riesige Wüste für die der Begriff „Vegetation“ ein Fremdwort war und Miðja – was nur aus Gebirge bestand. Doch eines Tages fuhr eine Göttin wider den Gesetzen der Götter auf Miðja hinab. Die Menschen empfingen sie mit Freude und selbst der König des Landes lud sie in sein Schloss ein, um ihr zu huldigen. Die Göttin jedoch tötete den König und ernannte sich selbst zur Herrscherin des Landes. Sie unterjochte die Menschen und ließ ein großes Heer aufbauen um die Nachbarländer anzugreifen. Sie eroberte Austur, Norður und Suður in wenigen Tagen, bevor sie Vestur angriff. Anders als die drei anderen äußeren Länder besaß Vestur ein gut ausgebildetes Heer und würde sich mit ganzer Kraft der Eroberung entgegen stellen. Die Göttin wusste dies und schickte Kreaturen voraus, die stärker und schneller waren, als die Menschen, welche sie vor Schrecken nur „Dyr“ nannten. Die Göttin drang immer weiter in Vestur ein und zerstörte Dorf nach Dorf. Als sie kurz vor der Hauptstadt des Landes stand, kam ihr und ihren Soldaten ein Mann mit Kapuze entgegen. „Welch arme Seele hat sich denn hier her verloren?“ fragte die Göttin spöttisch den Mann. „Ich bin hier um dich aufzuhalten, Göttin.“ sprach der Mann, dessen Gesicht man durch die braune mit silbernen Streifen versehene Kapuzenjacke nicht mal erahnen konnte. Wie ein Geier der schaute, ob seine Beute es wert ist gejagt zu werten, stolzierte die Göttin vor dem Mann hin und her. Mit ausgestreckten braunen Engelsflügeln versucht sie den Mann zu beeindrucken, während die Sonne von ihrem grauen Brustpanzer zurückgeworfen wird und ihre schulterlangen silbernen Haare erstrahlen lässt, die von ihren roten Augen durchdrungen werden. „Du willst mich aufhalten? Das Heer dieses Landes konnte mich nicht aufhalten.“ prahlte sie mit lauter Stimme. „Es ist nur eine Frage des Willens.“ entgegnete ihr der Mann. „Dann ist es jetzt mein Wille, dass du stirbst!“ kreischte die Göttin und hetzte mit einem Handzeichen ihre in grauen Rüstungen schwer gepanzerten Soldaten auf den Mann. Unberührt blieb der Mann auf einer Stelle stehen, als plötzlich die auf ihn zu stürmenden Soldaten Schreie von sich gaben. Einem von ihnen fiel jedes einzelnes Körperteil vom Rumpf, ein anderer Löste sich einfach im Wind auf, als ob er von einer Brise weggetragen würde und bei einem dritten teilte sich der Rumpf samt Rüstung in zwei und rutsche zu Boden. Daraufhin hielten die anderen Soldaten inne und schauten verwirrt und verängstigt um sich. „Ich sehe, du bist kein normaler Mensch. Aber denkst du wirklich, du könntest deine Fähigkeiten gegen mich, eine Göttin, anwenden?“ fragte sie unerschüttert. „Ja.“ sagte der Mann und die Göttin fing an, sich von den Füßen bis zum Kopf hin aufzulösen, so als ob der Wind einen Haufen Blätter wegwehen würde. „Was? Nein, das kann nicht sein! Ich bin unsterblich, wie alle Götter!“ sagte sie hastig, ungläubig, was gerade mit ihr passiert, während ihre Soldaten vom Schauplatz hastig fliehen. „Du stirbst nicht, du wirst nach Eilifð verbannt, dorthin, wo alle vergessenen Götter ruhen.“ sagte der Kapuzenträger mit ruhiger Stimme. „Büßen sollst du dafür, ich verfluche dich!“ Und die Göttin Sprach: „Du kannst essen, doch der Hunger verschwindet nicht, du kannst trinken, doch der Durst bleibt. Du kannst dich erdolchen, doch eine Wunde gibt es nicht, kannst dich tot wünschen, doch es erlaubt keinen Selbstmord. Du wirst bis in alle Ewigkeit mit deinen Schmerzen leben. Das ist mein Fluch für dich, ich schenke dir meine Unsterblichkeit, auf dass du verrückt wirst. Du und deine tote Geliebte...“ „Was? Jenna?“sagte der Mann mit zittriger Stimme. Der Unsterbliche rannte so schnell wie er konnte zu seinem Dorf, im Rücken das böse Gelächter der Göttin, die nun vollständig verschwunden war und fand seine Geliebte. Sie lag mit einer Wunde im Herzen auf dem verbrannten Boden des verwüsteten Dorfes. Es war als ob sich die Götter über den Unsterblichen lustig machen würden, der Himmel blau, die Sonne strahlend, die Blumen blühend, aber die Häuser brennend, die Palmen gefällt und viele Dorfbewohner getötet. Der Unsterbliche verlor beim Anblick seiner toten Geliebten die Kontrolle über seinen Willen und tötete alle restlichen Dorfbewohner. Nach dieser Tragödie mied er den Kontakt zu den Menschen, er wollte nicht, dass es sich wiederholt und reiste Jahrhunderte lang durch das Land, immer mit den Gedanken an Jenna. Er kletterte auf die höchsten Berge, tauchte zu den tiefsten Stellen des Meeres hinab, während um ihn herum neue Kriege auf Midgard ausbrachen, Königreiche untergingen und neue gegründet wurden. Ein Jahrtausend verging und der Unsterbliche dachte herum irrend noch immer an sie. Eines Tages erschien der Todesengel Sjet vor dem Unsterblichen. „Was will ein Todesengel von einem Unsterblichen wie mir?“ fragte der Unsterbliche, noch immer die Sachen tragend, wie auch schon vor 1000 Jahren. „Ihm sagen, wie er seine Verlorene zurück ins Diesseits holen kann.“ antwortete der Todesengel, „Einen toten Menschen kann man nicht zurück holen.“ „Tanz mit dem Tod und er wird dir einen Wunsch erfüllen.“ versprach Sjet dem Unsterblichen.„Wer mit ihm tanzt, der gibt ihm sein Leben.“ „Sagte jemand der zwei Leben besitzt. Geh zum Tor „Himinn“, lass den versiegelten Eingang dir öffnen und dich führen.“ wies der Engel den Mann an. „Warum soll ich das wirklich tun? Und lüg mich nicht an.“ brüllte der Unsterbliche. „Ein Mensch darf keine Unsterblichkeit besitzen, nur den Göttern ist dies erlaubt. Dir die Unsterblichkeit zu nehmen, ist nur Dauði fähig. So frag ich dich, bist du bereit, deine Unsterblichkeit gegen das Leben deiner Verlorenen einzutauschen? “ fragte der Engel den Unsterblichen auf einem Stein sitzend, um den sich sein langer blauer Mantel wand, auf den sich seine grauen Haare legten. „Ja. Aber wo soll sich dieses Tor befinden?“ blickte der Unsterbliche den Engel fragend an. „Die Frage ist nicht wo, sondern wer. Himinn ist ein Mensch, der zwar nicht durch Gewalt, aber durch sein Alter sterben kann. Vielleicht hast du ihn auf deiner Reise sogar schon getroffen. Gequält vom Leiden, gezeichnet durch Narben.“ erzählte Sjet und verschwand so plötzlich, wie er erschien. So suchte der Unsterbliche weitere 20 Jahre nach Himinn und fand ihn schließlich. Es hatte ihn in eine Stadt verschlagen, die von dichtem Rauch durchzogen war. Gepflasterter Boden verband sich mit bis zu 4 stöckigen Häusern, derne Wände mindestens so dunkel waren wie der breite Weg, auf dem er lief. Links und Rechts hingen von den Häusern Holzbalken zur Straße hin, an denen Menschen hingen, teilweise schon verwest und stinkend. Gebrüll und Geschrei zog seine Aufmerksamkeit auf einen großen Platz, auf dem ein Scheiterhaufen stand, umgeben von dutzenden aufgebrachten Menschen. „Warum stirbst du nicht, du Bubenschänder?“ sprach einer der Bürger und spuckte den Mann an, der auf dem Scheiterhaufen um Holzstamm gefesselt war. „Ich würde so gerne sterben, ich kann aber nicht! Gerädert, Gevierteilt und in alle Himmelsrichtungen verteilt wurde ich, aber ich lebe noch!“ sprach der gepeinigte. Der Unsterbliche kämpfte sich mit seinen Armen durch die Menschenmasse zum Scheiterhaufen vor. „Willst du wirklich sterben?“ fragte er den Mann auf dem Scheiterhaufen. „Ja! Gequält vom Leiden, gezeichnet durch Narben will ich nicht länger diese Schmach ertragen!“ brüllte er mit den Tränen in den Augen zum Unsterblichen. „So sei es.“ sprach er und der Mann auf dem Scheiterhaufen alterte unaufhörlich bis er starb. „Danke...“, das waren seine letzten Worte, kurz bevor um dem Unsterblichen alles Schwarz wurde. Er schloss seine Augen und fand sich beim öffnen derer in einer Höhle. Sie sah aus als ob sie aus blauem Eis wäre, doch waren es Felswände die er mit seinen Händen berührte, die seinen Weg rechts, links und hinter ihm versperrten. Vor ihm war ein Abgrund, an dessen anderen Ende eine Fläche zu erkennen war, die mit dem Boden auf dem er stand auf etwa einer Höhe lag. Er näherte sich dem Abgrund als eine Steinsäule aus eben jenem kam, die sich auf das Niveau des Unsterblichen anglich. Er setzte einen Fuß auf die Säule und erneut erschien eine Steinernes Gebilde. So ging es bis er den festen Boden am anderen Ende des Abgrunds erreicht hatte und die Säulen wieder verschwanden. Es war still, nicht mal ein Hallen der Schritte des Unsterblichen waren zu vernehmen, als ein lautes Stampfen zu hören war. Vor ihm sah er einen Durchgang, aus dem ein Wesen kam, dass er sich nie hätte vorstellen können. Eine über zwei Meter große Kreatur erschien aus der Dunkelheit des Durchgangs, eine Hälfte nur aus Knochen, die andere aus rosanem Fleisch ohne Haut. „Du bist der Unsterbliche?“ sprach sie. „Du bist Dauði?“ entgegnete er ihr. „Du willst deine geliebte Jenna zurück? Dann tanz für mich, tanz für die Toten, tanz für deine Verlorene. Lass die Toten an dir laben und gib mir dein zweites Leben.“ Der Unsterbliche streckte gesteuert wie eine Marionette seine Arme zu beiden Seiten aus. „Was machst du?“ brüllte der Unsterbliche die Kreatur an. Doch sie verzog keine Miene und blickte ihn mit gefühllosem Gesicht an. Unter dem Unsterblichen erschien ein runder pechschwarzer Schatten der immer größer wurde, bis er die ausgestreckten Arme abdeckte. Er fing an, am Unsterblichen hoch zu wandern, bis er ihn komplett verschlungen hatte, einen Moment später von ihm ab lies und er nur noch als Skelett dastand. Langsam banden sich Muskeln, Sehnen und Fleisch um die Knochen. Seine Haut und Haare wuchsen in den Zustand, wie zuvor. Der Schatten wanderte währenddessen zu dem Wesen hin, das der Unsterbliche „ Dauði“ nannte und forme aus dem Schatten die Silhouette einer Frau, besser gesagt der von Jenna, der Geliebte des Mannes, der nun an seinem Ziel zu sein schien. Die schwarze Silhouette verlor ihre düstere Farbe und nahm die von Jenna an. „Die Götter sind wieder beruhigt. Ich habe mein Wort gehalten.“ sprach das Wesen , als kurz darauf alles Schwarz wurde und sich der ehemals Unsterbliche zusammen mit Jenna in einem Wald wiederfanden. „Jenna, bist du es wirklich?“ fragte er ungläubig. „Ja Mike, das bin ich.“ Mit tränen überströmten Gesichtern küssten sich beide und lebten zusammen ihr normal sterbliches Dasein aus. Oh, ich erzähle hier die ganze Zeit und merke gar nicht dass du schon eingeschlafen bist, Julius. Dann schlaf gut.“ sagt Alfred und deckt den Jungen bis zum Hals zu. Mit langsamen Schritten geht er zum Lichtschalter und drückt ihn nach unten, worauf hin er das Zimmer verlässt und die Tür schließt. Er läuft die Treppe runter und geht zum Kleiderständer, an dem er seine Jacke nimmt und anzieht. „Bald ist es soweit, Jenna.“ murmelt er vor sich hin und verlässt das Haus mit aufgesetzter Kapuze, die von einem silbernen Streifen hervorgehoben wird und bis zum Ende der Jacke reicht.

  2. #2
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    AW: [Kurzgeschichte] Totentanz

    An sich ist die Geschichte nicht schlecht, das Setting weiß zu gefallen.
    Allerdings gibt es ein paar Sachen, die ich anmerken möchte:
    (Ich hab jetzt nur mal auf die Schnelle das Wichtigste zusammengestellt)

    1.) Überwiegend am Anfang verwendest du extrem lange Sätze.
    Das verwirrt den Leser und zwingt ihn dazu mehrmals zu lesen und Zusammenhänge herauszustellen. Auf Dauer wirkt sich das auf die Motivation des Lesers aus. Hier vielleicht ein paar Verbesserungsvorschläge meinerseits:
    Spoiler
    Der Mann, anscheinend Julius Vater, trägt eine braune Stoffjacke unter der man ein grünes Hemd erkennen kann, das gekonnt und ohne eine einzige Falte in die beige Hose gesteckt wurde, die an seine schwarzen Lederschuhe angrenzt.

    Vielleicht besser:
    Der Mann, allem Anschein nach der Vater von Julius, hatte eine makellose Erscheinung.
    Das grüne Hemd verschwindet komplett faltenfrei in der Hose, die bündig mit den schwarzen Schuhen abschließt.

    oder

    Als Julius sich von der Schaukel schwingt, wehen seine dunkelblonden, ja fast schon braunen Haare im Zugwind und weichen seinem etwas runden, nicht ganz zur dürren Statur passenden Gesicht, in dem sich seine Enttäuschung abzeichnet, dass er nicht weiter schaukeln darf

    Vielleicht besser:
    Enttäuscht schwingt sich Julius von der Schaukel. Dabei wicht seine dunkelblondes, fast schon braunes, Haar dem etwas rundlichen Gesicht, das nicht zu seiner ansonsten dürren Statur passt.


    Was mich schon gleich zum zweiten Punkt bringt:

    2.) Deine Veranschaulichungen sind viel zu ausführlich.
    Ich kann deine Bemühungen die Atmosphäre auf den Leser zu übertragen verstehen.
    Allerdings lebt eine Geschichte auch viel von der Vorstellungskraft des Lesers. Wenn du ihm allerdings dermaßen einengst durch zu detaillierte Beschreibungen, verliert deine Geschichte nur an Fahrt.
    Grundsätzlich muss man bedenken: Welche Sachen sind für die Szene wirklich von Bedeutung. Danach überlegt man sich dann, wie man den Leser kurz zur jeweiligen gewünschten Impression führen kann. Aber du musst dabei gar nicht so ins Detail gehen. Eine halbe Seite später weiß kein Leser mehr, wie viele Schränke im Eingangsbereich standen ;-)


    3.) (Und ganz wichtig) Deine äußere Form ist viel zu chaotisch.
    Du hast im gesamten Text nur einen Absatz verwendet. Das stört massiv den Lesefluss. Wenn man dann noch (wie ich) auf einem sehr großen Bildschirm ließt, auf dem das kleiner dargestellt wird, dann verliert man gleich jede Motivation.
    Es gibt vor allem genügend Stellen, an denen man sie äußerst sinnvoll hätte nutzen können. Du kannst zum Beispiel am Anfang der erzählten Geschichte eine Leerzeile machen und an deren Ende ebenso. So wird die Erzählung in der Erzählung nochmal herausgestellt.

    Also für die Zukunft: Unbedingt Blocktext vermeiden^^


    4.) Du hast überall noch kleinere Rechtschreibfehler übersehen und diverse Kommata vergessen^^
    Zumeist sind das leider solche Fehler, die die Rechtschreibprüfung auch nicht ankreidet. Das macht es wirklich schwer sie zu finden. Aber dafür haben ja selbst Profis ihre ProofReader, also halb so schlimm^^


    Bleib auf jeden Fall dran und vielleicht hilft dir ja meine laienhafte Hilfe =)

  3. #3
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    AW: [Kurzgeschichte] Totentanz

    Ist eben mein Stil, ich kanns nicht ändern. Die Veranschaulichungen sind so ausführlich, da ich mich immer auf Grafiken bezogen habe, die vür eine visuelle Variante der Geschichte bereits existieren und ich mag es eben einfach etwas sehr ausführlich zu beschreiben. Ich setze Absetze da, wo ich sie für nötig empfinde und logisch empfinde, daher gibt es in dem Text nur so wenige. Mit Rechtschreibfehlern und Kommas habe ich immer so meine Probleme, ich werde die deutsche Sprache eben nie meistern.

  4. #4
    Liz
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    AW: [Kurzgeschichte] Totentanz

    Ich will mich kurzfassen das Setting ist gut und die Geschichte ist gut zu lesen allerdings wären ein paar mehr Absätze nicht schlecht gewesen

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