1. Aktuell funktioniert unser Image Proxy nicht mehr ordnungsgemäß, sodass keine Bilder mehr angezeigt werden. Wir kümmern uns darum!

Wir verwenden Cookies, um deinen Aufenthalt auf Animes.so möglichst angenehm gestalten zu können. Mehr erfahren

Hunderttausende Japaner leben in Isolation

Dieses Thema im Forum "Japan News" wurde erstellt von Min4ko, 9. Jan. 2017.

  1. Min4ko
    Min4ko

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    11. Feb. 2016
    Beiträge:
    49
    Zustimmungen:
    5
    Guten Morgen :)

    Ich bin schon vor einer Weile auf Thema gestoßen was mich ehrlich gesagt etwas betroffen gemacht hat, da ich es nicht so richtig verstanden habe.

    Es geht darau das in Japan sich viele Menschen von der Aussenwelt Isolieren und keinen Kontakt suchen.

    Man liest ja auch das in Japan der druck auf die Gesellschaft sehr hoch ist, grade was das Arbeiten angeht, viele machen sich da Kaputt, machen selten Urlaub und "müssen" einfach Funktionieren. Das geht ja schon in der Schule los..
    Das Mobbing muss da wohl auch sehr hoch sein. Alles in allem ist es Traurig das zu Lesen :(
    Die Anzahl der Menschen die es wohl sind finde ich heftig. 541.000

    So wirklich Erklären kann ich mir das nicht das man sich so von der Gesellschaft ausschliesen will... was muss da alles passiert sein, kein Familie die einen unterstützt, keine Freunde oder doch der Druck nicht zu versagen

    Was ist eure Meinung dazu ?

    Hier der Link zum Artikel
    Jahrelang kein Kontakt zu anderen: Hunderttausende Japaner leben in Isolation
     
  2. foxtrot
    foxtrot

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    21. Feb. 2014
    Beiträge:
    37
    Zustimmungen:
    1
    Ja das ist in der Tat eine traurige Geschichte. Es muss schlimm sein wenn von der Gesellschaft nur erwartet wird das man funktioniert.

    Diese Moral alles für die Firma zu opfern halte ich für absoluter mist. Da gabs irgendwo vor kurzem ein Artikel drüber, finde den leider grad nicht. Diese feste Einstellung soll sich langsam ändern. Das wird aber wohl nich lange dauern.


    Gruß fox
     
  3. AnimeFanBoy
    AnimeFanBoy

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    28. Jan. 2014
    Beiträge:
    20
    Zustimmungen:
    0
    Mir tun die Leute echt Leid, denn man könnte so viel aus dem Leben machen. Natürlich verstehe ich die die gemobbt wurden oder andere schmerzvollen Erfahrungen gemacht haben, jedoch verstehe ich nicht ganz warum die Eltern oder Bekannte oder wer auch immer "machtlos" ist oder vielleicht sogar nicht die Mühe macht der Person zu helfen. Ich hoffe das das in Zukunft nicht mehr so schlimm sein wird, obwohl die Zahlen zeigen, das die Anzahl der Menschen, die darunter leiden immer mehr wird von Jahr zu Jahr.
     
  4. Hydro
    Hydro

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    29. Sep. 2013
    Beiträge:
    20
    Zustimmungen:
    0
    Klar ist es traurig das die Zahl in Japan hoch ist. Das hängt ja damit zusammen das die Gesellschaft in Japan krasse Sitten hat und wenn du nicht ins Schema passt wirst du halt gemobt oder dergleichen. Da ist es dann einfacher in Isolation zu leben anstatt nach gleichgesinnten zu suchen.
     
  5. Yuriko
    Yuriko

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    5. Juni 2017
    Beiträge:
    37
    Zustimmungen:
    6
    In Japan gibt es leider das Motto "der herausstehende Nagel wird eingeschlagen". Es wird immer mehr von einem gefordert um Teil der Gesellschaft zu werden. Ist man dem nicht gewachsen oder sogar schon total ausgebrannt wird dennoch weiter gemacht, weil man muss, anstatt sich eine Auszeit zu gönnen. Es wird zu wenig auf sich selbst geachtet. Alles muss für alle erreichbar sein, alles muss funktionieren wie ein Organismus. Fällt auch nur ein kleines Teilchen aus, würde alles zusammenbrechen, so kommt es mir zumindest vor.

    Das sieht man doch allein wie viele wirklich überarbeitet sind und sogar wegen Übermüdung tot umkippen. Schlafmangel hält der Körper nicht auf Dauer durch und indem sie trotz Schlafmangel über einen großen Zeitraum immer noch 200% Leistung bringen wollen, kommt die Konsequenz.

    Der Druck wird bestimmt noch höher werden, wenn tatsächlich die ganzen chinesischen Gastarbeiter nach Japan geholt werden, wie bereits angekündigt wurde. Dann kommen die ganzen billigen Arbeitskräfte und die eh schon ausgelaugten japanischen Arbeitskräfte werden noch weiter unter Druck gesetzt. Oder sie sind ganz schnell ausgetauscht.

    Als Tourist bekommt man die schwarze Seite Japans kaum mit. Weil vornherum alles perfekt sein muss und funktioniert. Erst wenn man sich mal in aller Ruhe mit Leuten unterhält, erfährt man von dieser Seite. Ich war geschockt von dem was ich alles erfahren hatte. Fällt man aus der Rolle, wird man fertig gemacht, bis nichts mehr von einem übrig ist. Wer das wirklich durchsteht und weiter macht, verdient absoluten Respekt. Ich verabscheue den Selbstmord als Todesart und halte es wirklich für die feigste Art des Weglaufens. Aber bei den Japanern kann ich es irgendwie verstehen. Es muss sich an der japanischen Gesellschaft allgemein etwas ändern. Solange dort kein Umdenken stattfindet, wird es auch weiterhin Menschen geben, die sich aus der Gesellschaft zurückziehen und für sich leben. Aber mal ehrlich, besser sich zurückziehen als sich umzubringen.

    Ähnliche Zustände wie in Japan, haben wir aber auch bereits in Deutschland. Der Leistungsdruck ist enorm geworden. Man ist nur noch eine Nummer, die schnell ausgetauscht werden kann und wenn man dem Leistungsdruck nicht gewachsen ist, wird man von der Gesellschaft fallen gelassen und kaum noch wahrgenommen.
     
  6. Daimyo Tokugawa
    Daimyo Tokugawa

    東方の老練家 Animes.so Staff Otaku Gott

    Registriert seit:
    21. Mai 2013
    Beiträge:
    2.106
    Zustimmungen:
    919
    So ist es nun einmal mit Leistungsgesellschaften. In Japan ist es nur etwas stärker ausgeprägt. Japan bzw. die Japaner haben eine konservative Einstellung, wie das Land funktionieren soll, kurz zusammengefasst: Zum Wohle des Ganzen. Jeder soll dem Staat in irgendeiner Weise nützlich sein; eigene Bedürfnisse und Interessen spielen überhaupt keine Rolle. Man muss wirklich eine aufopfernde Einstellung haben, um den unzumutbaren Erwartungen gerecht zu werden. Das ist auch insofern interessant, dass die Japaner für den "Tod durch Überarbeitung" einen eigenen Begriff haben: 過労死 (karōshi). Menschen tun sich schwer, sich an neue Dinge anzupassen und Japaner tun sich damit besonders schwer. Um den einzelnen Individuen Verschnaufpausen zu gönnen, müssten große Reformen stattfinden. Meine Dozentin hatte mal erzählt, dass wenn man zum Beispiel (von Japan aus) eine 4-tägige Geschäftsreise nach Deutschland macht, die zwei Tage, die man im Flugzeug verbringt, als Urlaubstage vom verfügbaren Urlaubsanspruch abgezogen werden. Ich bin echt gespannt, wie Japan seine Probleme lösen soll.
     
  7. Yuriko
    Yuriko

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    5. Juni 2017
    Beiträge:
    37
    Zustimmungen:
    6
    Waaaaas??? X.X
    Das hat aber nicht wirklich was mit Urlaub zu tun, finde ich. Na ja, man kann sich erholen und steht dem Betrieb für die Flugzeit über nicht zur Verfügung. Aber, das ist wirklich absoluter Wahnsinn. Fehlt nur noch, dass die Angestellten die Flugtickets selbst zahlen müssen, obwohl es eigentlich Dienstreisen sind.
     
  8. Daimyo Tokugawa
    Daimyo Tokugawa

    東方の老練家 Animes.so Staff Otaku Gott

    Registriert seit:
    21. Mai 2013
    Beiträge:
    2.106
    Zustimmungen:
    919
    Eine kleine Aufmunterung gibt es aber. Wenn Feiertage auf einen Sonntag fallen, hat man am Montag frei. Aber nichtsdestotrotz eine nicht wünschenswerte Situation. Da kann man gut verstehen, warum vor allem junge Japaner/-innen sich zurückziehen, da sie einfach dem gesellschaftlichen Druck nicht standhalten können.
    Was meine Dozentin auch erzählt hatte, ist, dass das Bildungssystem da mitspielt. Anstatt individuelle, flexible Arbeitskräfte auf den Arbeitsmarkt zu bringen, werden die angehenden Arbeitskräfte "genormt und "massenproduziert"". Um ihrem Wortlaut gerechter zu werden, anders formuliert: Die Japaner werden zu サラリーマン (sarariiman)/Salary man) ausgebildet, also zu einem Büroangestellten. Hinzu kommt, dass man früher (gerade auch in dem Beruf eines Büroangestellten) eine gesicherte lebenslange Anstellung hatte, heutzutage kann man gefeuert werden, wenn die Belegschaft zu groß ist etc. Das ist insofern ein Trauma, da die Japaner einen für uns eventuell nicht verständlichen großen Wert auf Firmenzugehörigkeit legen. Wenn man dann gefeuert wird, bricht quasi die Welt zusammen. Ich hatte eine Doku dazu gesehen; die Betroffenen werden von Selbstmordgedanken geplagt. Vor allem Männer sind davon stark betroffen, da sie neben der Arbeit noch die Familiengründer sind, also diejenigen, die die Familie ernähren müssen. Karrierefrauen sind meistens ledig und haben auch kein Interesse daran, eine Familie zu gründen. Die Frauen, die heiraten (und eventuell Kinder kriegen) wollen, haben hohe Ansprüche an ihren zukünftigen Ehemännern und/oder sind selbst Hausfrauen, weswegen das ganze Einkommen vom Mann abhängt. Und wenn dieser gefeuert wird, steht man vor einer großen (Ehe-)Krise. Da ist es kein Wunder, warum gerade junge Männer sich zurück- und sich der Gesellschaft entziehen.
     
  9. Virgel
    Virgel

    Schweigsamer Wächter Animes.so Staff Seelenverkäufer

    Registriert seit:
    8. Juli 2015
    Beiträge:
    585
    Zustimmungen:
    973
    Wir hatten in der Firma auch mal eine kleine Gruppe Japaner welche geschickt wurden um Werksfehler in den gesandten Geräten zu korrigieren. Die Jungs hatten auch keinen schönen aufenthalt gesponsert bekommen, sondern nur eine billige Bruchbude (Hotel) zum schlafen und zur verpflegung einen Reiskocher und Reis. Ansonsten nur bischen Geld für Prepaidkarte um den Täglichen status zu melden und für wasser. Die Leute standen auch unter herben Zeitdruck weshalb sie den ganzen Tag durch gearbeitet haben und nebenbei etwas gegessen haben. Hatte mich auch mit derem Gruppenleiter unterhalten (auf englisch) und kann daher bestätigen das ihnen der Flug vom Urlaub abgezogen wird. Desweiteren sagte er mir wenn sie ihre Arbeit nicht schaffen gibt es genug andere Leute als ersatz. Daher wundert es mich auch nicht wenn sie sich dort Totarbeiten.
     
  10. Lion-9
    Lion-9

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    28. Sep. 2017
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    0
    Meiner Meinung nach sind das alles nur die notwendiger Weise eintretenden Begleiterscheinungen der japanischen Wirtschaft
    Auswärtiges Amt - Wirtschaft
    und der in Japan (glücklicherweise - im Sinne von: gut, dass es noch eine ausgeprägte Tradition/Bräuche gibt, nicht so wie in westlichen Ländern) noch herschenden Tradition.

    Japan muss seine Konjunktur genau im Auge behalten und was macht man da?
    Sparen -> Löhne runter -> gibt ja noch einen der´s für das Geld macht -> Spirale -> Überarbeitung -> gesellschaftlicher Druck -> Isolation
     
  11. Yuka
    Yuka

    тнε wıccαn Otaku König

    Registriert seit:
    29. Juli 2016
    Beiträge:
    323
    Zustimmungen:
    131
    Ich kann es persönlich auch nicht verstehen. Ziemlich traurige Gesellschaft, aber daran sind wir alle selber schuld.

    Aber schau mal, du muss nicht mal nach Japan gehen. In Deutschland ist es doch mittlerweile eben so, vlt nicht so dramatisch, aber trotzdem. Du muss in der Arbeit funktionieren egal wie dein Privatleben ist. Wenn du erstmal in einer reißen Firma arbeitest und massen an Geld verdienst darfst du dir keinen Fehler mehr erlauben, sonst bist du weg vom Fenster.
    Dasselbe ist es mit dem mobben, egal ob man in der Grundschule ist oder Azubi in einer neuen Firma, du wirst hier ebenfalls gemobbt und jeder schaut weg. Es steh zwar im Grundgesetz, aber mal ehrlich.. wer hält sich da überhaupt dran?!

    Natürlich ist der Druck in Japan nochmal um einiges höher als hier, aber durch die Globalisierung und die ständige Konkurrenz wir es auch bald so nach Europa kommen.
     
  12. NipponFan32
    NipponFan32

    Otaku Novize

    Registriert seit:
    19. Jan. 2021
    Beiträge:
    21
    Zustimmungen:
    10
    Leider habe ich auch schon mehrfach gehört und auch gelesen. Der Thread ist zwar schon etwas älter, jedoch dürfte sich diese Problematik aufgrund der aktuellen Corona-Krise deutlich verschlimmert haben. Das lustige ist ja, dass gerade in den Megametropolen wie Tokio, wo dutzende Menschen auf engsten Raum leben, die Isolation und Anonymität am größten ist. Erinnert mich an das Gedicht "Augen der Großstadt" von Kurt Tucholsky. Mehr als 90 Jahre alt, aber so aktuell wie eh und je..
     
    Virgel gefällt das.

Diese Seite empfehlen